Bild von Leuchtstoffröhre für Pflanzen

Leuchtstoffröhre für Pflanzen | LED | Röhre | Pflanzenlampe | Pflanzenlicht

Leuchtstoffröhre für Pflanzen – Vergleich LSR & LED (Funktionen, Vor- & Nachteile)

07.02.2022 | Autor: Martin Witterstein

Leuchtstoffröhren werden häufig als Pflanzenlicht genutzt. Sie sind besonders aufgrund ihres erschwinglichen Preises beliebt. Außerdem sind sie fast überall erhältlich. LED-Lampen hingegen sind ziemlich teuer, daher greifen viele zur Alternative. Doch welche Vorteile haben Leuchtstofflampen? Eignen sich diese für die Beleuchtung der Pflanzen? Lohnen sie sich als Alternative zur preisintensiven LED-Lampe?

Diese und weitere Fragen werden in folgendem Beitrag beantwortet.

So funktionieren Leuchtstoffröhren

Damit Licht in der Leuchtstoffröhre entsteht, müssen einige Prozesse in der Röhre stattfinden. An den Enden der Röhre befinden sich Elektroden in Form von Drähten. Es wird Strom durch diese Elektroden geleitet. Dabei muss die Spannung von einem Vorschaltgerät gedrosselt werden, da diese sonst zu hoch wäre. Wenn Sie sich für eine besonders kostengünstige Leuchtstoffröhre entscheiden, kann der Preis des Vorschaltgerätes durchaus höher ausfallen.

In den Elektroden werden nun Elektronen durch die vorhandene Spannung in Bewegung gesetzt und so wird der Quecksilberdampf angeregt, welcher wiederum UV-Licht aussendet. Quecksilber ist zwar ein giftiges Schwermetall, allerdings ist es in der Lichtproduktion besonders effizient.

Das vom Dampf ausgesendete UV-Licht kommt im nächsten Schritt mit dem Leuchtstoff in der Lampe in Kontakt. So kommt es zur Lichterzeugung.

Die Farbtemperatur des Lichts

Die Wahl des Leuchtstoffes wirkt sich auf die Farbtemperatur des Lichtes aus. Dabei spielt die Kombination der verschiedenen Leuchtstoffe eine Rolle. Gängig sind vor allem Dreibandleuchtstofflampen und die besseren Fünfbandleuchtstofflampen.

Wie der Name schon verrät, werden bei den Dreibandleuchtstofflampen drei Leuchtstoffe miteinander kombiniert. Das Ergebnis ist dem Tageslicht ähnlich.

Das Licht der Fünfbandleuchtstofflampen ist fast identisch mit dem Tageslicht.

Die Farbtemperatur ist eigentlich eine Art Farbeindruck, welcher vom Licht erzeugt wird. Der Farbeindruck beschreibt, ob ein Licht eher als warm oder kalt empfunden wird. Wärmeres Licht hat einen höheren Rotanteil, kälteres einen Blauanteil.

Die Farbtemperatur wird in der Einheit Kelvin (K) angegeben. Je höher der Wert der Farbtemperatur ist, desto kühler ist der Farbeindruck. Ein Kerzenlicht beispielsweise, welches warmes Licht ausstrahlt, hat eine Farbtemperatur von 1500 K. Eine Glühbirne hingegen hat eine Farbtemperatur von circa 2680 K. Sonniges Tageslicht hat einen Wert von 5500 und ein blauer Himmel kann bis zu 9000 K erreichen.

Die Bedeutung der Farbtemperatur für Pflanzen       

Die Farbtemperatur spielt im Bereich der Pflanzen eine wichtige Rolle. Die richtige Beleuchtung der Pflanzen trägt maßgeblich zur Unterstützung des Wachstums bei.

Pflanzen durchlaufen zwei verschiedene Entwicklungsphasen: die Wachstums- und die Blütephase.                     

In der Wachstumsphase bilden sich neue Triebe und Blätter aus. Um diesen Vorgang zu unterstützen, werden vor allem die kurzwelligen und energiereichenSpektren benötigt. Dabei handelt es sich um das blaue Licht. Dieses Licht regt die Reaktionen in den Pflanzenzellen an und ist daher besonders wichtig für die Fotosynthese.

In der Blütephase werden die Blüten der Pflanze gebildet. Hierfür benötigt die Pflanze die langwelligen, roten Bereiche des Spektrums also die Rotanteile des Lichts. Die Blütenproduktion wird durch dieses Licht angeregt.

Daraus können wir schließen, dass eine Kombination aus warmem Licht und kaltem Licht geeignet wäre. Eine Mischung aus Kaltton-Lampen und Warmton-Lampen würde beide Entwicklungsprozesse unterstützen. Alternativ dazu eignet sich auch eine Fünfbandleuchtstofflampe, da diese nahezu identisch mit dem Tageslicht ist. So wird sowohl der warme als auch der kalte Anteil des Lichts abgedeckt und die Pflanze kann wachsen und blühen.

Leuchtstofflampen sind also geeignet für die Pflanzenbeleuchtung, zumindest was die Farbtemperatur betrifft.

Der Einfluss der Wärme auf die Pflanzen

Wärme spielt im Bereich der Pflanzenwelt eine große Rolle. Sie ist für Vorgänge wie die Fotosynthese wichtig. Damit diese optimal ablaufen kann, sollte eine Temperatur von circa 35°C herrschen. Die Temperatur darf allerdings nicht zu hoch sein, da ab 38°C die Funktionen innerhalb der Pflanze nicht mehr ausgeführt werden können.

Daher ist es wichtig, dass die verwendeten Lampen nicht zu viel Wärme abstrahlen. Die Beleuchtung soll das Pflanzenwachstum unterstützen; eine zu warme Lampe würde das Gegenteil bewirken.

Leuchtstoffröhren strahlen kaum Wärme ab, daher sind sie auch in diesem Bereich für die Beleuchtung von Pflanzen geeignet.

Der Einfluss der Lichtintensität auf das Pflanzenwachstum

Pflanzen benötigen Licht, damit sie wachsen und gedeihen können. Wie bereits im Abschnitt

Die Bedeutung der Farbtemperatur für Pflanzen (Sprungmarke zum Abschnitt) erklärt, sind die Spektren des Lichts von Bedeutung. Die Pflanze benötigt die Wellenlängenbereiche des roten und des blauen Spektrums, um Vorgänge wie die Fotosynthese durchzuführen.

Allerdings ist auch die Menge des Lichts besonders relevant. Die Fotosynthese beginnt nämlich erst ab einem bestimmten Schwellenwert. Deshalb bilden Pflanzen im Winter keine neuen Triebe oder Blätter, sondern befinden sich in Winterruhe. Das Licht im Winter erreicht diesen Schwellenwert nicht.

Leuchtstoffröhren produzieren nicht sonderlich viel Licht. Das gelieferte Licht reicht gerade einmal, um als Zusatzbeleuchtung zu dienen. An die Werte des Tageslichtes kommt die Leuchtstoffröhre nicht heran. 

Leuchtstoffröhren haben allerdings eine Besonderheit: sie strahlen das Licht geradlinig ab. Bringt man die Röhre direkt über der Pflanze an, trifft das Licht direkt auf die Blätter. Die Intensität könnte in dem Fall zu hoch werden. Daher ist es wichtig, einen Reflektor für die Leuchtstofflampe zu kaufen. Dieser sorgt dafür, dass das Licht gestreut wird. Mit dem Reflektor wird also die Intensität verringert und außerdem gelangt das Licht so auch auf die unteren Blattschichten.

Spezielle Leuchtstoffröhren für Pflanzen

Es gibt neben den herkömmlichen Leuchtstoffröhren speziell für Pflanzen entwickelte Leuchtstoffröhren. In diesen Lampen ist der Anteil des grünen Lichts stark reduziert, sodass nur die benötigten roten und blauen Spektren abgedeckt sind. Das klingt im ersten Moment nützlich für die Beleuchtung der Pflanzen, allerdings bleibt damit das Problem bestehen, dass die Menge des Lichtes nicht ausreicht. Die blauen und roten Spektren geben die gleiche Menge Licht ab wie die herkömmlichen Leuchtstofflampen.

 

Die anderen Eigenschaften der speziellen Lampe ähneln denen der normalen Leuchtstoffröhre. Auch für die Pflanzenleuchtstoffröhre benötigt man ein Vorschaltgerät, welches für die richtige Menge an Spannung sorgt. Außerdem wird ebenfalls ein Reflektor benötigt, um das Licht zu streuen.

Die speziellen Röhren sind allerdings teurer in der Anschaffung und weniger leicht erhältlich. Die Pflanzenleuchtstoffröhre lohnt sich also nicht.

Die Anwendungsbereiche der Leuchtstoffröhren

Leuchtstoffröhren eignen sich durchaus für die Überwinterung und die Grundversorgung von Pflanzen. Die Menge an Licht, die die Röhre abgibt, reicht auch, um Stecklingsbewurzelungen und Aussaaten mit Licht zu versorgen. Auch für die Anzucht der Pflanzen ist die Menge des Lichtes ausreichend. Das Licht der Leuchtstoffröhren kann als Zusatzbeleuchtung genutzt werden, allein ist es allerdings nicht ausreichend

Leuchtstoffröhren und LED-Pflanzenlampen im Vergleich

Leuchtstoffröhren sind günstig in ihrer Anschaffung. Höhere Summen ergeben sich durch zusätzliche Anschaffungen wie das Vorschaltgerät oder den Reflektor. Dieses Zubehör ist unverzichtbar, um die Lampen für die Beleuchtung der Pflanzen nutzen zu können.

Die Lampen sind außerdem insofern für die Pflanzenbeleuchtung geeignet, da sie kaum Wärme abstrahlen und so die Pflanze nicht beschädigen. Sie decken außerdem die blauen und roten Lichtspektren ab und unterstützen somit die Blüte- und Wachstumsphase.

Der größte Nachteil besteht allerdings darin, dass die Menge des Lichts nicht ausreichend ist. Die Leuchtstoffröhren können demnach nicht als Tageslichtersatz genutzt werden, sondern nur als Zusatzbeleuchtung.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Leuchtstoffröhren – trotz vieler Vorteile – ungeeignet für die Pflanzenbeleuchtung sind.

Anders verhält es sich mit LED-Pflanzenlampen. Diese sind zwar preisintensiver, lohnen sich aber. Sie sind besonders energiesparend und liefern trotzdem maximale Ergebnisse. Weiterhin sind sie aufgrund dessen geeignet, dass sie die beiden Spektren, nämlich die roten und blauen, abdecken. Diese sind für die Entwicklung der Pflanze besonders wichtig. Die LED-Grow-Lights strahlen außerdem kaum Wärme ab und können somit auch nah an den Pflanzen angebracht werden, ohne Schaden anzurichten. Die Lichtausbeute der LED-Lampen ist so hoch, dass sie das Tageslicht gänzlich ersetzen können. Sie haben außerdem eine Lebensdauer von mindestens 50 000 Stunden. All diese Vorteile rechtfertigen den vergleichsweise höheren Preis, eine Investition lohnt sich also.

In der folgenden Tabelle haben wir Ihnen nochmal die wichtigsten Eigenschaften der Leuchtstoffröhre sowie der LED-Lampe zusammengefasst.

Leuchtstoffröhre

LED-Lampe

benötigt Vorschaltgerät + Reflektor

energiesparend

geringe Lichtmenge (im Vergleich zu Tageslicht)

hohe Lichtausbeute,

kann Tageslicht ersetzen

deckt rote und blaue Spektren des Lichts ab

deckt rote und blaue Spektren des Lichts ab

günstig in der Anschaffung                                                                                 

preisintensiver in der Anschaffung

strahlt kaum Wärme ab

strahlt kaum Wärme ab

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