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Medizinisches Cannabis | Wirkung | Anwendung | als Medizin | Marihuana | Cannabisprodukte

Medizinisches Cannabis – Anwendung & Wirkung bei Schmerzen, Schlafstörungen & Co.

09.02.2022 | Autor: Martin Witterstein

Cannabis wird zumeist mit der psychoaktiven Substanz THC in Verbindung gebracht und zu illegalen Substanzen gezählt. Für die Medizin sind die positiven Wirkungen der Cannabinoide nicht mehr wegzudenken. Sowohl das THC als auch das in der Hanfpflanze enthaltene CBD besitzen appetitanregende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften. Medizinisches Cannabis ist der beste Beweis dafür, dass die Kraft der Natur maßgeblich zur Linderung von Beschwerden beitragen kann.


Was ist medizinisches Cannabis?

Cannabis ist der Sammelbegriff für Rauschmittel, die aus Hanfsorten der Gattung Cannabis gewonnen werden. Zu den Hauptwirkstoffen zählen das psychoaktive Tetrahydrocannabinol, kurz THC, und das nicht psychoaktive Cannabidiol, abgekürzt CBD. Das Medikament Dronabinol enthält ausschließlich THC. Sativex enthält THC und CBD. Cannabinoide sind die chemisch-medizinisch wirksamen Anteile im Cannabis, die auf den menschlichen Cannabinoid-Rezeptor wirken und im Körper bestimmte Effekte auslösen können. Der Wirkstoff THC wird im Körper ebenfalls von der Zirbeldrüse produziert. Die zusätzliche Verabreichung von Cannabis verändert oder verstärkt die Wirkung und Balance des THC im Körper. Daher müssen die Inhaltsstoffe, Dosierung und Anwendungsdauer individuell angepasst werden, damit eine heilende Wirkung eintreten kann.
Durch spezielle Züchtung und Dosierung wird eine Rauschwirkung vermieden. Verschiedenste Sorten wurden gezüchtet, die entweder einen höheren Gehalt an psychoaktivem THC oder an nicht psychoaktivem CBD aufweisen. Die Cannabinoide der Cannabispflanze besitzen einzeln und in Kombination pharmakologische Effekte. Die Wirkspektren beider Hauptwirkstoffe CBD und THC ergänzen sich gegenseitig. Sie verstärken sich in ihrer schmerzlindernden Wirkung. Beide können sowohl einzeln als auch in Kombination ärztlich verschrieben werden.

Folgende Tabelle verdeutlicht die in (prä)klinischen Studien nachgewiesenen Effekte einzelner Cannabinoide:

 THCCBDCBGCBNCBCTHC-VCBD-ACBG-ACGC-A;CBC-ATHC-A
Schmerzlindernd✔️✔️✔️
Antikonvulsiv (bzw. antiepileptisch)✔️✔️✔️
Schlaffördernd✔️
Angstlösend✔️
Appetitanregend✔️✔️
Appetitzügelnd✔️
Blutzuckersendkend✔️✔️
Antibakteriell✔️✔️✔️✔️
Antiemetisch (gegen Brechreiz)✔️✔️
Fungizid (pilztötend)✔️✔️
Reduziert Wachstum von Tumorzellen✔️✔️✔️✔️✔️
Bei Arteriosklerose✔️
Gegen Schuppenflechte✔️
Antipsychotisch✔️
Muskelkrämpfen✔️✔️✔️✔️✔️
Fördert Knochenwachstum✔️✔️✔️✔️✔️
Entzündungshemmend✔️✔️✔️✔️✔️✔️✔️
Entkrampft Magen und Darm✔️
Immunmodulierend (Immunregulierend)✔️
Neuroprotektiv (schützt Nervenzellen/ -gewebe)✔️

THC: Δ9-Tetrahydrocannabinol; CBD: Cannabidiol; CBG: Cannabigerol; CBN: Cannabinol; CBC: Cannabichromen; THC-V: Tetrahydrocannabinol-V; CBD-A: Cannabidiol-A; CBG-A: Cannabigerol-A; CGC-A: Cannabigerol-A; CBC-A: Cannabichromen-A; THC-A: Tetrahydrocannabinol-A.

Tabelle 1: In (prä)klinischen Studien nachgewiesene Effekte einzelner Cannabinoide
Quelle: In Anlehnung an Wikipedia

Die aktuelle Gesetzeslage in Deutschland

Die neue Gesetzlage in Deutschland erlaubt es Ärzten, schwerkranken Menschen Cannabis auf Rezept zu verschreiben. Medizinisches Cannabis in pharmazeutischer Qualität kommt dann in Ausnahmefällen zum Einsatz, wenn aus Sicht des behandelnden Arztes keine Alternative besteht oder eine andere Therapie nicht für sinnvoll erachtet wird. Der Arzt muss die Notwendigkeit der Cannabiseinnahme rechtfertigen, beispielsweise, dass durch die Einnahme der Krankheitsverlauf verbessert und schwerwiegende Symptome gelindert werden können.

Das Gesetz dazu trat im März 2017 in Kraft. Es regelt den Einsatz von Cannabisarzneimitteln in der Therapie von Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen. Die alternative Behandlungsmethode eignet sich für die Therapie von Schmerzen, chronischen Erkrankungen, psychischen Leiden und hilft außerdem akut bei Appetitlosigkeit oder Übelkeit.

Gemäß § 3 Abs. 2 BtMG kann das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Erlaubnis für Betäubungsmittel zu erteilen, sofern es für wissenschaftliche oder andere im öffentlichen Interesse liegenden Zwecke notwendig ist. Erkenntnisse über die Wirkung von Cannabis werden mittels einer Begleiterhebung durchgeführt. Dazu übermitteln Ärztinnen und Ärzte bereits vorliegende Daten zu Diagnose, Therapie, Dosis und Nebenwirkungen anonymisiert an das BfArM. Somit können Informationen zum langfristigen Gebrauch von Cannabis weiterhin gesammelt werden.
Auch in Zukunft soll ein staatlich kontrollierter Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke möglich sein. Anderweitig wird der Cannabisbedarf in der Medizin über Importe gedeckt.

Wie wirkt medizinisches Cannabis?

Der Wirkungseintritt nach der Cannabiseinnahme hängt in erster Linie von der Form des Konsums ab. Wenn Haschisch geraucht wird, tritt die Wirkung bereits nach 15 Minuten ein. Die Wirkstoffe gelangen über die Atemwege schnell ins Blut. Nach dem Essen eines Hasch-Brownies tritt die Wirkung hingegen sehr viel später und plötzlich ein. Entscheidend für den Zeitpunkt des Wirkungseintritts und die Stärke der Wirkung ist auch die Menge an THC. Eine zu hohe Dosierung des Cannabis kann starke Nebenwirkungen auslösen, darunter Übelkeit, Schwindel und Herzrasen bis hin zu Störungen der Gedanken, Gefühle und der Wahrnehmung. Das Rauchen von Haschisch oder Marihuana ist keinesfalls mit der Verwendung von medizinischem Cannabis gleichzusetzen. Cannabis-Patientinnen und -Patienten konsumieren die Cannabinoide in der Regel mithilfe eines Vaporizers, als ölhaltige Lösung oder als Mundspray Sativex, um die Symptome der zugrundeliegenden Krankheit zu lindern. Um dennoch eine Überdosierung und damit verbundene Nebenwirkungen zu vermeiden, sollten zunächst kleine Mengen angesetzt und diese bei Bedarf allmählich erhöht werden.

Anders als bei anderen Drogen wie beispielsweise Alkohol, dauert der Abbau von THC im Körper wesentlich länger als die Wirkung anhält. Da das Cannabinoid THC eine hohe Fettlöslichkeit aufweist, lagert es sich in fettstoffreichen Geweben ab. Daher kann die Halbwertszeit von THC bis zu sieben Tage betragen. Cannabis und seine Abbauprodukte sind im Urin ungefähr 30 Tage lang nachweisbar. Bei regelmäßigem Konsum noch weitaus länger.

THC und CBD

Die Substanz Tetrahydrolcannabinol, kurz THC, ist für die psychoaktive Aktivität verschiedener Hanf-Produkte verantwortlich. THC-haltige Extrakte bewähren sich vor allem in Form verschreibungspflichtiger Medikamente bei schweren Erkrankungen, auch als medizinisches Cannabis bezeichnet. Ein anderer, aus der Hanfpflanze gewonnener Inhaltsstoff verzeichnet laut wissenschaftlicher Studien eine Vielzahl positiver Effekte bei verschiedenen Beschwerden im Alltag wie beispielsweise Schlafprobleme. THC gehört zur Familie der Cannabinoide. Auch CBD ist ein Cannabinoid, jedoch wird es aus einer anderen Hanfart gewonnen als die THC-reichen Produkte und gilt als nicht berauschend. THC ist für den Rauschzustand verantwortlich und wirkt appetitanregend, schmerzlindernd und entspannend.

Sowohl THC als auch CBD finden sich auf dem Markt oft als Cannabisöle. Cannabisöle enthalten nicht zwingend THC, sie werden im Internet als CBD-Öl unter dem Namen Cannabisöl vertrieben. Produkte mit einem hohen THC-Gehalt unterfallen dem Betäubungsmittelgesetz (Title: Cannabis im Betäubungsmittelgesetz). Sie bedürfen einer speziellen ärztlichen Verschreibung und werden von Apotheken in einer speziellen abschließbaren Einheit ausgegeben. Grund dafür ist die Rauschwirkung der Cannabinoide und das potenzielle Suchtpotenzial des THC. Freiverkäuflich sind lediglich die Produkte auf CBD-Basis (THC < 0,2%). Cannabidiol entfaltet diesen psychoaktiven Effekt nicht. Es kann Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern ohne einen Rausch zu verursachen. Außerdem hilft es bei Schlafproblemen und Stress.

Aufgrund der Besetzung unterschiedlicher Rezeptoren haben Tetrahydrolcannabinol und CBD tatsächlich verschiedene Wirkschwerpunkte. Vom Körper eigens erstellte Endocannabinoide arbeiten im Endocannabinoid-System an der Signalübertragung der Zellen mit. Sie binden sich an Rezeptoren im Körper an. Die Endocannabinoide und damit auch die Cannabinoide besitzen eine Oberfläche, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an die Rezeptoren passt. Durch das Andocken an die Rezeptoren hemmen sie die Wirkung anderer Substanzen oder führen selbstbestimmte Wirkungen über eigene Signale herbei. Somit wird die Ausschüttung von Adrenalin oder Stresshormonen verhindert. Während THC aufgrund der bindenden Eigenschaften an die Cannabinoidrezeptoren berauschend wirkt, besitzt CBD im Körper eine gegenteilige Wirkung.

Die folgende Übersicht stellt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf den Einsatz der beiden Cannabinoide dar.

Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol (Gemeinsamkeiten)
  • Schmerzzustände und psychische Leiden
  • Epilepsie und andere Krampferkrankungen
  • Entzündungen
Tetrahydrocannabinol (THC)Cannabidiol (CBD)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • spastische Lähmungen und Bewegungsstörungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • psychiatrische Symptome
  • Entzug bei Substanzenabhängigkeit
  • Glaukom
  • Stress
  • Depressionen
  • Schlafstörungen

Bei welchen Krankheiten hilft medizinisches Cannabis?

Seit März 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal bzw. dürfen Ärzte/ Ärztinnen dieses auf einem BtM-Rezept verordnen. Zur medizinischen Anwendung kommen cannabisbasierte Arzneimittel (Fertigarzneimittel), wie zum Beispiel das Mundspray Sativex, das einen gleich hohen THC-Gehalt und CBD-Gehalt besitzt. Außerdem sind Rezepturarzneimittel verordnungsfähig, wie das Dronabinol (THC-Öl). Inzwischen sind auch Cannabisvollspektrumextrakte verordnungsfähig. Auch die Verschreibung von medizinischen Cannabisblüten ist möglich, sie enthält die Wirkstoffe THC, CBD und andere gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe der Cannabis-Pflanze. Für eine Behandlung stehen unterschiedliche medizinische Cannabissorten zur Auswahl. Die Patienten und Patientinnen inhalieren die Wirkstoffe mit einem Verdampfer.

Viele Studien konnten bereits zeigen, dass medizinisches Cannabis mit seinen Cannbinoiden THC und CBD bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden ein therapeutisches Potenzial besitzt. Auf Grundlage von Erfahrungen existiert eine Liste der Krankheiten, die mit medizinischem Cannabis behandelt werden können. Vor allem chronische Erkrankungen lassen sich mithilfe der Cannabinoide optimal therapieren.

Anders als bei anderen Drogen wie beispielsweise Alkohol, dauert der Abbau von THC im Körper wesentlich länger als die Wirkung anhält. Da das Cannabinoid THC eine hohe Fettlöslichkeit aufweist, lagert es sich in fettstoffreichen Geweben ab. Daher kann die Halbwertszeit von THC bis zu sieben Tage betragen. Cannabis und seine Abbauprodukte sind im Urin ungefähr 30 Tage lang nachweisbar. Bei regelmäßigem Konsum noch weitaus länger.

Dazu gehören unter anderem:

  • ADHS
  • Angststörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Arthrose
  • Asthma
  • Bluthochdruck
  • Borderline
  • COPB
  • Depressionen
  • Entzündungen

 

  • Epilepsie
  • Fibromyalgie
  • Gicht
  • Kopfschmerzen
  • Krebs
  • Migräne
  • Morbus Crohn
  • Psychose
  • PTBS
  • Rheuma

 

  • Rückenschmerzen
  • Schizophrenie
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen
  • Spastiken
  • Tourette-Syndrom
  • Tremor
  • Übelkeit

Besser schlafen mit medizinischem Cannabis

Bei schweren chronischen Schlafstörungen reichen allbekannte Therapiemethoden nicht aus. Im Rahmen der Behandlung wird mit dem Arzt oder der Ärztin darüber gesprochen, welches medizinische Medikament am besten bei Schlafstörungen helfen kann. Cannabis fördert das Einschlafen insofern, dass das Cannabinoid THC ein Ausweiten der Arterien bewirkt. Dies hat zur Folge, dass der Blutdruck sinkt und der Körper zur Ruhe kommt. Auch die Senkung der Körpertemperatur durch das Cannabis hat eine positive Wirkung auf die Schlafqualität der Patientin bzw. des Patienten. Medizinisches Cannabis ermöglich einen erholsamen und tiefen Schlaf. Des Weiteren zeigen Gehirnströme bei Cannabisverwendung Anzeichen starker Entspannung an. Die Patientinnen und Patienten berichten von einer erheblichen Verbesserung der Schlafstörungen im Vergleich zu anderen Medikamenten. Verminderte Reaktionsfähigkeit oder zu starke Müdigkeit ist hingegen nicht nachzuweisen. Cannabis hat in geringen Mengen eine wachmachende und bei höherer Dosierung eine beruhigende Wirkung. Auch die Wahl der geeigneten Cannabissorte ist entscheidend.

Medizinisches Cannabis kann bei regelmäßigem Konsum jedoch auch Schlafprobleme verursachen. Die Schlafstörungen treten häufig erst mit Absetzen des Cannabis-Konsums auf. Laut einer Studie brauchten die Patientinnen und Patienten länger zum Einschlafen, wachten nachts häufiger auf und hatten weniger Tiefschlafphasen sowie insgesamt eine verkürzte Schlafdauer im Vergleich zur Kontrollgruppe. Personen mit starkem Cannabis-Konsum litten außerdem länger unter Schlafstörungen als Personen mit geringem Cannabis-Konsum.

Cannabis wird bereits seit Jahrhunderten als schlafförderndes Mittel genutzt. Auch aktuelle Studien geben Hinweise, dass Cannabis schlaffördernde Eigenschaften besitzt, insbesondere Cannabis mit hohem CBD-Gehalt. Eine Studie von der University of Michigan bestätigt, dass Cannabis als hilfreich für die Verbesserung des Schlafs eingestuft wird. Nebenwirkungen traten nur in 35 % der Fälle auf.

Welche Sorten gibt es?

Zur medizinischen Anwendung kommen cannabisbasierte Fertigarzneimittel wie beispielsweise das Mundspray Sativex, welches einen gleich hohen Anteil an THC und CBD besitzt. Rezepturarzneimittel wie Dronabinol (THC-Öl) und Cannabisvollspektrumextakte sind ebenfalls verordnungsfähig.

Fertigarzneimittel

Zu den verordnungsfähigen Fertigarzneimitteln gehören Canemes und Sativex. Das Mundspray Sativex ist bereits seit 2011 erhältlich und enthält ein mit flüssigem Kohlenstoff extrahiertes Dickextrakt aus den Blüten und Blättern der Cannabispflanze. Der THC- und CBD-Gehalt sind in diesem Medikament gleich hoch. Sativex wird bei der Behandlung erwachsener Patienten und Patientinnen mit mittelschwerer bis schwerer Spastiken bei einer Multiple Sklerose Erkrankung eingesetzt. Sativex hilft unter anderem auch bei Epilepsie oder neuropathischen Schmerzen.

Das verordnungsfähige Medikament Canemes ist in Kapselform erhältlich und enthält den Wirkstoff Nabilon, ein vollsynthetisches THC-Analogon. Das Medikament ähnelt in seiner Wirkung dem Dronabinol und wird für die Behandlung von chemotherapiebedingter Übelkeit, Erbrechen und Appetitverlust verwendet.

Rezepturarzneimittel

Ärzte können den Patienten eine ölige Cannabisölharz-Lösung verordnen. Der Apotheker stellt diese Lösung nach Vorschrift her. Dieses Cannabisöl wird oral eingenommen und darf nicht inhaliert oder verdampft werden. Dadurch können gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen auftreten.

Vom kanadischen Hersteller Tilray wurden Cannabis-Vollspektrumextrakte für die Medizin entwickelt. Neben den Inhaltsstoffen THC und CBD sind in diesen Medikamenten weitere Inhaltsstoffe der Cannabisblüten, unter anderem Terpene, enthalten. Zu den Produkten gehören das Cannabisextrakt „THC25“, welches einen THC-Gehalt von 25 mg/ml und einen CBD-Gehalt von unter 0,5 mg/ml aufweist. Das „THC10:CBD10“ besitzt einen THC- und CBD-Gehalt von 10 mg/ml. Die Cannabisextrakte sind beide in Traubenkernöl raffiniert und werden auf Grundlage eines BtM-Rezeptes von der Apotheke für die orale Einnahme zubereitet.

Die Vollspektrumextrakte werden bei verschiedenen Krankheitsbildern verordnet. Dazu gehören chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, Epilepsie, Autismus, Migräne, Tourette-Syndrom, Depressionen sowie schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs oder HIV/AIDS.

Wer verschreibt medizinisches Cannabis?

Seit März 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal und darf von Ärztinnen und Ärzten auf einem BtM-Rezept verordnet werden.

Cannabis als Therapiealternative und -ergänzung wird ausschließlich vom behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin verschrieben. Im Rahmen des Gesetzgebers gilt die Cannabis-Legalisierung nur für die schwer erkrankten Menschen.

Voraussetzung für die Einnahme von Cannabis ist eine persönliche Einschätzung der Ärztin oder des Arztes in Bezug auf den damit einhergehenden Therapieerfolg. Die Ärztin oder der Arzt muss letztendlich selbst entscheiden, ob sich die Behandlung mit Cannabispräparaten positiv auf den Krankheitsverlauf der Patientin oder des Patienten auswirken kann.

Momentan wird medizinisches Cannabis auf Rezept vor allem bei chronischen Schmerzen und Erkrankungen verschrieben. Des Weiteren eignet es sich auch für die Behandlung von Appetitlosigkeit beispielsweise als Begleiterscheinung von Aids oder Alzheimer sowie gegen Übelkeit nach Chemo-Therapien.

Wo kann ich medizinisches Cannabis kaufen?

Verordnungsfähiges medizinisches Cannabis mit hohem THC-Gehalt ist ausschließlich auf Rezept in der Apotheke erhältlich. Medizinisches Cannabis ist ein Rezepturausgangsstoff, aus dem ein Rezepturarzneimittel hergestellt wird. Der Preis für die Umfüllung und Verpackung der unveränderten Cannabisblüten berechnet sich nach § 4 AMPreisV. Werden die Cannabisblüten zu einem Rezepturarzneimittel verarbeitet, zerkleinert und abgepackt, berechnet sich der Preis nach § 5 AMPreisV. Neuportionieren, Sieben, Abwiegen und Granulieren verteuern medizinisches Cannabis erheblich. Die Preise für medizinisches Cannabis sind nach der Gesetzesänderung auf über 20 Euro pro Gramm gestiegen.

Medizinische Cannabisblüten werden aktuell aus Kanada oder den Niederlanden nach Deutschland importiert. Der Verkauf des medizinischen Cannabis erfolgt durch die Apotheke nach Vorlage des BtM-Rezeptes in Dosen von 5 oder 10 Gramm. Einige Cannabissorten sind bereits granuliert. Die nicht granulierten werden auch als „Cannabis flos“ bezeichnet.

Wer trägt die Kosten für die Therapie mit medizinischem Cannabis?

Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist bei den meisten Erkrankungen sichergestellt. Dennoch ist es besser, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, um auf Nummer sicher zu gehen. Es ist auch möglich, dass die Patientinnen und Patienten die Kosten für medizinisches Cannabis vorerst selbst tragen müssen und den Betrag im Nachhinein von der Krankenkasse zurückerstattet bekommen. Laut Patientenberichten übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten für einen medizinischen Vaporisator.

Wie konsumiert man medizinisches Cannabis?

Die Darreichungsformen medizinischen Cannabis sind von Medikament zu Medikament verschieden. Wenn Ärztinnen und Ärzte Medizinalcannabis verordnen, stehen mehrere Varianten der Darreichung zur Auswahl. Während die fertigen Arzneimittel gut dosierbar sind, ist die Dosierung medizinischer Cannabisblüten schwieriger. Die Menge der Wirkstoffe und ihr Verhältnis zueinander variieren je nach Cannabis-Sorte. Daher müssen Patientinnen und Patienten oftmals zunächst verschiedene Sorten ausprobieren, bis sie eine für sich wirksame Sorte gefunden haben.

Sofern eine Patientin oder ein Patient im Rahmen ihrer oder seiner Behandlung medizinische Cannabisblüten erhält, sollte mit geringen Dosen begonnen werden.

Verdampfen

Beim Verdampfen tritt die Wirkung in der Regel nach wenigen Minuten ein. Bei Bedarf kann die Dosis langsam gesteigert werden, sodass eine optimale Dosis gefunden werden kann.

Tablettenform

Die Einnahme in Tablettenform wie bei Canemes oder Cannabisöl verzeichnet einen Wirkeintritt nach etwa 30 bis 90 Minuten. Die Wirkung ist nach zwei bis drei Stunden am stärksten. Danach verringert sie sich in einem Zeitraum von etwa vier bis acht Stunden.

Vaporizieren

Eine schonende Anwendung, um die medizinisch wertvollen Inhaltstoffe der Cannabisblüten zu entfalten, ist das Vaporisieren. Die Inhaltsstoffe verdampfen bei geringen Temperaturen und verbrennen nicht wie beim Rauchen. Das Inhalieren des Dampfes ist auch für die Lunge verträglicher.

Für die inhalative Anwendung von medizinischen Cannabisblüten sind derzeit lediglich zwei Geräte zugelassen. Es handelt sich dabei um ein stationäres Gerät und einen transportablen Vaporisator.

Orale Einnahme (Tropfen)

Rezepturarzneimittel wie Cannabisöl bzw. ölige Dronabinol-Tropfen dürfen auf keinen Fall inhaliert oder verdampft werden, da dies gesundheitsschädlich ist. Sie sind laut Verordnung oral einzunehmen. Die Einnahme erfolgt mithilfe eines Löffels oder in Form der Gabe der Tropfen auf ein Stück Brot oder Zucker.

Die Vollspektrum-Extrakte THC25 und THC10:CBD10 sind in Traubenkernöl raffiniert und werden in einer PET-Flasche mit Pipette in die Apotheke geliefert. Die ölige Lösung wird in Apotheken zubereitet und von den Patientinnen und Patienten oral konsumiert.

Cannabis Tee

Cannabisblüten können auf Rezept auch als Tee eingenommen werden. Der Apotheker zerkleinert diese, damit sie gut dosierbar sind. Um die Wirkstoffe der Cannabisblüten richtig zu lösen, ist bei der Zubereitung einiges zu beachten. Nur bei richtiger Anwendung gelangen ungefähr ein Zehntel der Cannabinoide in den Blutkreislauf und entfalten so die Cannabis-Wirkung.

Die Cannabinoide liegen eingeschlossen innerhalb der Pflanze als Carboxylsäuren vor und werden durch hohe Temperaturen, entweder durch verdampfen oder auskochen in Flüssigkeit, gelöst. Es bestehen zwei Methoden, um aus den Carboxylsäuren THCA und CBDA die Verbindungen THC und CBD zu gewinnen:

1. Methode: Vor der Teezubereitung die Cannabisblüten im Backofen 10 Minuten lang bei 140 Grad Celsius erhitzen und anschließend mit einem viertel Liter siedenden Wasser überbrühen. Einen Teelöffel Kokosfett, Sahne oder Butter zum Tee hinzugeben, da THC nicht wasserlöslich ist und eine fetthaltige Substanz benötigt. Anschließend zugedeckt ungefähr 15 Minuten ziehen lassen.

2. Methode: Die Cannabisblüten in einem geschlossenen Kochtopf in ungefähr 400 Milliliter Wasser kochen. Ebenfalls als fetthaltige Substanz einen Teelöffel Kokosfett, Sahne oder Butter hinzugeben. Nach einstündiger Kochzeit ist der Cannabistee verzehrbereit.

Die Menge an Cannabisblüten, die für die Tee-Zubereitung benötigt wird, sollte vorab mit dem Arzt oder der Ärztin abgesprochen werden. Zunächst wird mit einer geringen Dosierung begonnen, damit sich der Körper an die Wirkung gewöhnen kann. Die Wirkung tritt nach ungefähr 90 Minuten ein.

Der Tee kann warm aber auch kalt getrunken werden und ist im Kühlschrank maximal zwei Tage haltbar. Je nach Belieben gibt es verschiedene Rezepte für die Zubereitung von Cannabis-Tee. Er kann mit Honig, Kuh-, Mandel- oder Sojamilch zubereitet, sowie mit frischen Ingwerscheiben und dem Saft einer ausgepressten Zitrone verfeinert werden.

Welche langfristigen Folgen treten beim Konsum von medizinischem Cannabis auf?

Der langfristige Gebrauch von Cannabis kann mit psychischen, körperlichen und sozialen Risiken verbunden sein. Von gravierenden Hirnschäden ist hingegen nicht auszugehen. Dennoch sollte Cannabis nicht in Verbindung mit Tabak eingenommen werden, da diese Kombination auf längere Sicht die Atemwege schädigt, insbesondere die Lunge.

Auch eine psychische Abhängigkeit sowie milde körperliche Abhängigkeit kann eine Nachwirkung dauerhaften Cannabiskonsums sein. Dennoch kommt es lediglich bei ungefähr vier bis sieben Prozent aller Cannabiskonsumentinnen und -konsumenten zu Abhängigkeitserscheinungen. Die Gefahr der Abhängigkeit ist bei jeder Patientin bzw. jedem Patienten verschieden. Ein Umstieg auf härtere Drogen wurde nur bei einem minimalen Teil der Cannabiskonsumierenden vernommen.

Medizinisches Cannabis im Alltag (Arbeiten, Autofahren & Co.)

Alkohol

Von einem Mischkonsum mit Alkohol ist dringend abzuraten. Dies kann den Körper sehr belasten, sodass erhebliche Nebenwirkungen die Folge sind. Übelkeit, Erbrechen, bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen, aber auch Kontrollverlust, eine gestörte Orientierungsfähigkeit und ein gestörtes Reaktionsvermögen sind nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen, die mit dem Mischkonsum einhergehen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Zwischen Cannabis und verschiedenen Medikamenten kann es zu bemerkbaren Wechselwirkungen kommen. Im Rahmen einer Therapie sollten Patientinnen und Patienten immer Rücksprache mit dem Arzt/ der Ärztin halten, der/die sie betreut. Medizinalcannabis kann die Wirkung von Opiaten und Opioiden verstärken. Bei einigen Kombinationen ist die Wechselwirkung ausdrücklich gewünscht. Einige Schmerzmittel verursachen Übelkeit, die mithilfe des Medizinalcannabis gelindert werden kann. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Medizinalcannabis sowie Beruhigungs- und Schlafmitteln kann es zu einer Wirkungsverstärkung kommen. Dies äußert sich in Schwindel und Benommenheit. Eine ähnliche negative Wirkung lässt sich bei Medizinalcannabis und Muskelrelaxantien vernehmen. Hinzu kommt auch eine erhöhte Sturzgefahr.

Negative Wechselwirkungen kann es mit folgenden Medikamenten geben:

  • Blutdruck-Medikamente
  • Beruhigungs- & Schlafmittel
  • gerinnungshemmende Medikamente (z. B. Warfarin)
  • Medikamente zur Blutzuckerkontrolle
  • Antidepressiva
  • Neuroleptika
  • Anästhetika
  • Anti-Baby-Pille

Neben den rezeptpflichtigen cannabisbasierten Arzneimitteln gibt es inzwischen auch verschiedene rezeptfreie Produkte auf Basis von Cannabidiol, z. B. in Form von CBD-Öl. Bei Kombination des CBD-Öls mit anderen Medikamenten sind Wechselwirkungen nicht auszuschließen. Dazu ist zwar noch wenig bekannt, dennoch sei Vorsicht geboten. Ein ärztlicher Rat kann für Klarheit sorgen.

Autofahren

Grundsätzlich darf man nach Cannabiskonsum laut Straßenverkehrsgesetz nicht mehr Auto fahren. Dennoch gibt es für Patientinnen und Patienten, die medizinisches Cannabis verordnet bekommen haben, Ausnahmen. Für Personen, die auf ärztliche Anordnung medizinisches Cannabis konsumieren, besteht kein generelles Fahrverbot. Wer aufgrund des Cannabiskonsums nicht mehr fahrtüchtig ist, weil es zu psychischen oder physischen Ausfallerscheinungen kommt, muss das Fahrzeug stehen lassen. Um sich nicht strafbar zu machen, sollte außerdem jede/r Cannabis-Patient/-in vor Fahrtantritt prüfen, ob er/sie fahrtauglich ist. Wenn Cannabis, welches zu medizinischen Zwecken verordnet wurde, missbräuchlich eingenommen wird, kann der Führerschein entzogen werden. Der Arzt ist in der Regel dazu verpflichtet, die Patientin oder den Patienten über die Risiken und Gefahren aufzuklären. Die ärztliche Verordnung sollte als Kopie bei sich getragen werden, um im Fall einer Polizeikontrolle einen legalen Nachweis für den Cannabiskonsum vorzeigen zu können. Zusätzlich hilft das Mitführen der Bescheinigung vom Arzt/ von der Ärztin oder ein Patientenausweis/ Cannabisausweis dabei, die Zweifel der Polizei vollständig zu beseitigen.

Medizinisches Cannabis mit in den Urlaub nehmen

Kann man medizinisches Cannabis in Bus, Auto oder Flugzeugen über Landesgrenzen hinweg transportieren?

Grundsätzlich ist es erlaubt, medizinisches Cannabis in angemessenen Mengen ein- oder auszuführen, so der deutsche Hanfverband. Allerdings gibt es standardisierte Regeln, die bei der Mitnahme des Cannabis eingehalten werden müssen. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist es zugelassen, dass Bürgerinnen und Bürger innerhalb der Staaten des Schengener Übereinkommens ärztlich verschriebene Betäubungsmittel, darunter Cannabis-Produkte, mitnehmen dürfen, sofern sie eine vom Arzt/ von der Ärztin ausgefüllte Bescheinigung vorweisen können.

  • Zu beachten ist, dass nur der Patient/ die Patientin selbst, der/die das medizinische Cannabis verschrieben bekommen hat, mit sich führt.
  • Die Ein- und Ausfuhr von Cannabis ins Ausland innerhalb der Staaten des Schengener Abkommens ist am einfachsten.
  • Innerhalb dieser Staaten dürfen ärztlich verschriebene Betäubungsmittel, darunter Cannabis-Produkte, mitgenommen werden, sofern sie eine vom Arzt/ von der Ärztin ausgefüllte Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens dabei haben.
  • Diese Bescheinigung muss vor Antritt der Reise von der obersten Landesgesundheitsbehörde oder einer Stelle, die von ihr beauftragt wurde, beglaubigt werden. Für jedes verschriebene Betäubungsmittel ist eine eigene Bescheinigung vorzuweisen.

Um Betäubungsmittel auch in andere Länder mitnehmen zu können, sollte nach dem Leitfaden für Reisende des Internationalen Suchtstoffkontrollamtes (INCB) verfahren werden. Danach sollte sich die Patientin oder der Patient vom verschreibenden Arzt/ Ärztin eine mehrsprachige Bescheinigung ausstellen lassen, welche Angaben zu Einzel- und Tagesdosierungen, Wirkstoffbezeichnung und Dauer der Reise enthält. Diese Bescheinigung sollte ebenfalls durch die zuständige oberste Landesgesundheitsbehörde oder durch eine beauftragte Stelle beglaubigt und bei der Reise mitgeführt werden.

Pro und Contra medizinisches Cannabis

Medizinisches Cannabis besitzt zahlreiche Vorteile, genauso müssen aber auch unerwünschte Nebenwirkungen betrachtet werden. Letztendlich muss der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin abwägen, ob die Behandlung mit medizinischem Cannabis für den Patienten/ die Patientin in Frage kommt und Erfolg verspricht. Eine hohe Wirksamkeit ist dem medizinischen Cannabis aber keinesfalls abzusprechen. Sollten vorerst leichte Beschwerden bestehen, die nicht unmittelbar einer chronischen Erkrankung zuzuordnen sind, bietet sich eine Behandlung mit CBD-Produkten an.

PRO-Argumente

  • Behandlung chronischer Erkrankungen, z.B. Schmerzen, Depressionen
  • Behandlung akuter Beschwerden, z.B. Übelkeit, Appetitlosigkeit
  • Behandlung von Spastiken, z.B. beim Tourette-Syndrom
  • Behandlung von Augenkrankheiten, z.B. Glaukom
  • krampflösende Wirkung
  • kann langfristig genutzt werden, ohne die Organe zu schädigen
  • Behandlung von Schlafstörungen und Albträumen

CONTRA-Argumente

  • muss vom Arzt/ Ärztin verschrieben werden
  • akute Nebenwirkungen als unmittelbares Risiko
  • Wechselwirkung mit Medikamenten und Alkohol
  • in Verbindung mit Tabak schädlich für Lunge und Atemwege
  • starker Konsum kann Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom auslösen

Wichtige Hinweise zum Text

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass die LED-Pflanzenlampen und LED-Grow-Zelte in unserem Online-Shop ausschließlich für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken bestimmt sind. Um Cannabis selbst anbauen zu dürfen, muss ein entsprechender Erlaubnisantrag vorliegen. Jeder, der für den Erwerb von Cannabis für eine medizinisch betreute Selbsttherapie zugelassen ist, darf den Anbauantrag stellen. Dabei wird vorausgesetzt, dass keine ausreichenden finanziellen Mittel vorhanden sind, um die erforderliche Menge an Cannabis in der Apotheke zu erwerben. Der Antrag wird an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gestellt und ist kostenpflichtig.